Klosterruine Allerheiligen

 
 

Die Reste der Klosterkirche bilden den imposantesten Teil dieser Klosterruine. Ihr Grundriss in Form eines Kreuzes lässt sich gut an den noch stehenden Mauern ablesen. Diese zeigen Bauformen von der Spätromanik bis zu Spätgotik. Steinsärge, Reste der Sakristei und des dort gelegten Fliesenbodens sind gut erkennbar, ebenso der Vorraum zur einstigen Klosterkirche.
 
Die einzelnen Gebäudeteile werden im kleinen Museum unterhalb der Gaststätte an Hand eines Modells anschaulich dargestellt und erklärt.
 
Diese Broschüre ist im Schriftenstand der Kapelle erhältlich:
 

Die Klosteranlage Allerheiligen geht auf eine Stiftung von Uta von Schauenburg zurück. Das Kloster wurde zwischen 1191 und 1196 gegründet. Uta berief den Orden der Prämonstratenser in das Kloster. Typisch für diesen Orden ist es, dass seine Angehörigen Chorherren sind, also Priester, keine Mönche. Allerdings pflegen die Prämonstratenser ein Gemeinschaftsleben wie Mönche und unterwerfen sich den strengen Regeln der mönchischen Lebensweise. Daher hatte das Kloster Allerheiligen einen Klausurbereich wie ein Mönchskloster. Sie verwalteten auch die zum Kloster gehörenden Güter und betreuten die umliegenden Pfarreien.
 
Seit dem späten 13. Jahrhundert kamen viele Pilger nach Allerheiligen. Den Mönchen lagen die Menschen der umliegenden Gemeinden am Herzen. Bereits im späten Mittelalter unterrichteten sie die Kinder der Umgebung. Seine letzte Blüte erlebte das Kloster im 18. Jahrhundert durch ein überregional anerkanntes Gymnasium. Der Orden führte das Kloster bis zum Ende des Schuljahres 1803. Danach standen die Gebäude leer und wurden 1816 auf Abbruch versteigert. Die Reste der einst bedeutenden Anlage erlangten erst wieder Beachtung, als etwa um 1840 die nahen Wasserfälle mit Leitern und Treppen erschlossen wurden. August von Bayer, der erste badische Konservator, setzte sich ab 1844 für den Erhalt Allerheiligens ein.
 

  • Kleines Museum zur Geschichte der Klosterruine unterhalb der Ruine
  • Sagenrundweg mit den Allerheiligenwasserfälle
  • Einkehr im nahegelegenen Klosterhof